Glossar

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A

Auffällige Transaktionsmuster

DEFINITION
Ungewöhnliche Häufungen oder Wiederholungen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf systematische Manipulation.
BEISPIEL
Viele Kleinbeträge an denselben Empfänger.

B

Betrugshäufigkeit

DEFINITION
Anzahl von Betrugsfällen in einem definierten Zeitraum.
BEDEUTUNG
Erlaubt Trendanalysen und Risikobewertung.
BEISPIEL
Anstieg von 5 auf 9 Fälle pro Jahr.

Betrugskennzahl (Fraud KPI)

DEFINITION
Quantitative Kennzahl zur Messung von Betrugsrisiken, -fällen oder Kontrollwirksamkeit.
BEDEUTUNG
Ermöglicht Steuerung, Vergleich und Berichterstattung auf Management-Ebene.
BEISPIEL
Anzahl aufgedeckter Betrugsfälle pro Jahr.

Betrugsprävention

DEFINITION
Massnahmen zur Verhinderung von Betrug.
BEDEUTUNG
Kosteneffizienter als nachträgliche Aufklärung.
BEISPIEL
Sensibilisierung von Mitarbeitenden mittels Schulung.

Betrugsschaden

DEFINITION
Finanzieller Schaden, der durch betrügerische Handlungen entstanden ist.
BEDEUTUNG
Zentrale Größe zur Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkung von Betrug.
BEISPIEL
Gesamtschaden durch Scheinrechnungen.

Briefkastenfirma

DEFINITION
Eine Briefkastenfirma ist eine rechtlich registrierte Einheit ohne nennenswerte operative Tätigkeit.
BEDEUTUNG
Briefkastenfirmen sind nicht per se illegal oder betrügerisch, können jedoch je nach Kontext ein Red Flag für Betrug, Korruption oder Geldwäsche darstellen.
BEISPIEL
Zahlungen an eine Firma ohne Mitarbeitende oder tatsächlichen Geschäftsbetrieb.

D

Datenanalyse zur Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Der Einsatz strukturierter Datenanalysen zur systematischen Erkennung von Auffälligkeiten und Mustern.
BEDEUTUNG
Er ermöglicht skalierbare Betrugserkennung über vollständige Datenbestände hinweg.
BEISPIEL
Abgleich von Lieferanten- und Mitarbeitendendaten zur Identifikation von Überschneidungen.

Datenbasierte Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Analyse grosser Datenmengen zur Identifikation auffälliger Muster.
BEDEUTUNG
Ermöglicht skalierbare und kontinuierliche Überwachung.
BEISPIEL
Dublettenanalyse bei Lieferanten.

Durchschnittliche Betrugsdauer

DEFINITION
Zeitspanne zwischen Beginn und Entdeckung eines Betrugsfalls.
BEDEUTUNG
Je kürzer die Dauer, desto wirksamer sind Kontrollen und Hinweise.
BEISPIEL
Betrug wird nach 14 Monaten entdeckt.

E

Entdeckungsdauer

DEFINITION
Zeit bis zur erstmaligen Identifikation eines Betrugs.
BEDEUTUNG
Wesentlich für Schadensbegrenzung.
BEISPIEL
Hinweis führt nach zwei Wochen zur Aufdeckung.

Entdeckungsquellen-Quote

DEFINITION
Verhältnis der Entdeckungsarten (Hinweise, Audit, Analysen).
BEDEUTUNG
Zeigt, welche Maßnahmen effektiv sind.
BEISPIEL
60 Prozent der Fälle durch Hinweise entdeckt.

F

Forensische Befragung

DEFINITION
Die forensische Befragung ist eine strukturierte Gesprächstechnik zur systematischen Sachverhaltsaufklärung im Rahmen von Untersuchungen.
BEDEUTUNG
Sie dient der Gewinnung verlässlicher Informationen unter Beachtung rechtlicher, psychologischer und ethischer Rahmenbedingungen.
BEISPIEL
Eine interne Untersuchung führt standardisierte Interviews mit beteiligten Mitarbeitenden durch.

Fraud Risk Assessment (Betrugsrisikoanalyse)

DEFINITION
Eine Betrugsrisikoanalyse ist ein strukturierter Prozess zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Betrugsrisiken in Organisationen, Prozessen oder Systemen.
BEDEUTUNG
Sie bildet die Grundlage wirksamer Prävention, indem Anreize, Gelegenheiten und Kontrollschwächen systematisch identifiziert und adressiert werden.
BEISPIEL
Ein Unternehmen analysiert den Einkaufsprozess und identifiziert fehlende Lieferantenprüfungen als zentrales Risiko.

H

K

Kosten des Fraud-Managements

DEFINITION
Aufwand für Prävention, Detektion und Aufklärung.
BEDEUTUNG
Erlaubt Kosten-Nutzen-Abwägung.
BEISPIEL
Budget für Analysen und Schulungen.

M

Management-Überwachung

DEFINITION
Kontrollen und Plausibilisierungen durch Führungskräfte.
BEDEUTUNG
Frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Entwicklungen.
BEISPIEL
Ungewöhnliche Kostenabweichungen werden hinterfragt.

Meldegeschwindigkeit

DEFINITION
Zeit zwischen Feststellung und Meldung.
BEDEUTUNG
Verzögerungen erhöhen Haftungsrisiken.
BEISPIEL
Verspätete Eskalation an Compliance.

Methoden der Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Systematische Verfahren zur Identifikation betrügerischer Handlungen.
BEDEUTUNG
Eine Kombination mehrerer Methoden erhöht die Entdeckungswahrscheinlichkeit erheblich.
BEISPIEL
Hinweise, Datenanalysen und interne Kontrollen.

R

Red Flags (Warnsignale)

DEFINITION
Red Flags sind Auffälligkeiten oder Muster, die auf möglichen Betrug oder Missbrauch hinweisen können.
BEDEUTUNG
Sie sind keine Beweise, sondern Frühindikatoren für vertiefte Analysen, Priorisierung und Ermittlungen.
BEISPIEL
Mehrere Zahlungen knapp unterhalb eines Freigabelimits.

Rückgewinnungsquote

DEFINITION
Anteil des zurückgewonnenen Schadens.
BEDEUTUNG
Zeigt Wirksamkeit von Reaktion und Durchsetzung.
BEISPIEL
30 Prozent des Schadens rückgeführt.

S

Schaden pro Betrugsfall

DEFINITION
Durchschnittlicher Schaden je Betrugsfall.
BEDEUTUNG
Hilft bei Priorisierung von Risiken.
BEISPIEL
Durchschnittlich 120’000 CHF pro Fall.

Schulungsabdeckung

DEFINITION
Anteil geschulter Mitarbeitender.
BEDEUTUNG
Grundlage für Prävention und Sensibilisierung.
BEISPIEL
90 Prozent absolvieren Fraud-Schulung.

T

Tone at the Top

DEFINITION
Tone at the Top beschreibt Haltung, Verhalten und Vorbildfunktion der obersten Führungsebene in Bezug auf Integrität und Compliance.
BEDEUTUNG
Die Unternehmenskultur beeinflusst Betrugsrisiken erheblich. Inkonsistentes Verhalten der Führung erleichtert Rationalisierung und Regelverstösse.
BEISPIEL
Die Geschäftsleitung lebt Spesenregeln konsequent vor und sanktioniert Verstösse.

U

Untersuchungsdauer

DEFINITION
Zeit vom Start bis Abschluss einer Untersuchung.
BEDEUTUNG
Lange Dauer bindet Ressourcen und erhöht Kosten.
BEISPIEL
Untersuchung dauert sechs Monate.

Z

Zeitliche Auffälligkeiten

DEFINITION
Transaktionen zu ungewöhnlichen Zeiten.
BEDEUTUNG
Kann auf Umgehung regulärer Prozesse hindeuten.
BEISPIEL
Buchungen ausserhalb der Arbeitszeiten.