Das Glossar bietet strukturierte Definitionen zentraler Begriffe der Wirtschaftsforensik, Betrugsprävention und Wirtschaftskriminalität – als Grundlage für ein konsistentes fachliches Verständnis.
Definition: Das Glossar fungiert als semantisches Referenzsystem, das Begriffe, Konzepte und Zusammenhänge der Wirtschaftsforensik konsistent strukturiert und verknüpft.
A
Aufgeschobene Strafverfolgung
DEFINITION
Aufgeschobene Strafverfolgung (Deferred Prosecution Agreement, DPA) ist eine Vereinbarung zwischen Strafverfolgungsbehörden und einem Unternehmen, bei der ein Strafverfahren unter bestimmten Auflagen ausgesetzt wird.
KONTEXT
Aufgeschobene Strafverfolgung (DPA) wird insbesondere in internationalen Compliance- und Korruptionsfällen eingesetzt, häufig im Zusammenhang mit Verstössen gegen Antikorruptionsgesetze oder Wirtschaftskriminalität. Unternehmen verpflichten sich typischerweise zu Kooperation, internen Untersuchungen, Verbesserungen der Internen Kontrollen und zur Implementierung von Compliance-Massnahmen.
BEDEUTUNG
Aufgeschobene Strafverfolgung (DPA) ist ein zentrales Instrument der Strafverfolgung, das Unternehmen ermöglicht, eine formelle Verurteilung zu vermeiden, gleichzeitig aber erhebliche finanzielle Sanktionen und strukturelle Auflagen zu erfüllen.
BEISPIEL
Zahlung von Bußen und Auflagen.
Aufsichtsrechtliche Maßnahme
DEFINITION
Aufsichtsrechtliche Massnahme bezeichnet eine formelle Durchsetzungshandlung einer Aufsichts- oder Regulierungsbehörde zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen.
KONTEXT
Aufsichtsrechtliche Massnahmen erfolgen typischerweise im Zusammenhang mit Verstössen gegen Compliance-Vorgaben, etwa in den Bereichen Geldwäsche, Korruption oder Finanzmarktregulierung. Sie können auf Ergebnissen von Prüfungen, Untersuchungen oder Hinweisen aus dem Marktumfeld basieren.
BEDEUTUNG
Aufsichtsrechtliche Massnahmen sind zentrale Instrumente zur Durchsetzung regulatorischer Standards und können erhebliche finanzielle, operative und reputative Auswirkungen auf betroffene Organisationen haben.
BEISPIEL
Bußgeld wegen AML-Verstoß.
C
Compliance-Verstoss
DEFINITION
Verletzung interner oder externer Regeln, Gesetze oder Richtlinien.
KONTEXT
Compliance-Verstösse treten in unterschiedlichen Bereichen auf, etwa in der Geldwäschereibekämpfung (AML), im Datenschutz, im Wettbewerbsrecht oder in internen Richtlinien. Sie stehen häufig im Zusammenhang mit unzureichenden Internen Kontrollen, mangelhafter Compliance-Governance oder fehlender Sensibilisierung der Mitarbeitenden.
BEDEUTUNG
Kann erhebliche rechtliche, finanzielle und reputationsbezogene Risiken verursachen und ist ein zentraler Indikator für Schwächen im Compliance- und Kontrollsystem.
BEISPIEL
Missachtung von Sanktionsvorgaben.
Compliance-Verstoßquote
DEFINITION
Anzahl festgestellter Regelverstöße.
KONTEXT
Die Compliance-Verstossquote ist eine zentrale Kennzahl im Compliance- und Governance-Umfeld und wird häufig im Zusammenhang mit Internen Kontrollen, Fraud Risk Assessment sowie Monitoring-Systemen analysiert. Sie kann nach Art der Verstösse (z. B. regulatorisch, intern, ethisch) differenziert ausgewertet werden.
BEDEUTUNG
Dient als Frühindikator für Schwächen in Governance, Kontrollumfeld und Unternehmenskultur sowie zur Steuerung von Compliance-Massnahmen.
BEISPIEL
Mehrere Sanktionsverstöße.
D
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
DEFINITION
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung der Europäischen Union, die die Verarbeitung personenbezogener Daten sowie den Schutz der Privatsphäre von natürlichen Personen regelt.
KONTEXT
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist ein zentraler Bestandteil von Compliance und betrifft insbesondere den Umgang mit personenbezogenen Daten in Unternehmen und Organisationen. Sie steht im engen Zusammenhang mit Informationssicherheit, Internen Kontrollen und regulatorischen Anforderungen an Datenverarbeitung und -schutz.
BEDEUTUNG
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verpflichtet Organisationen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten und sieht bei Verstössen erhebliche finanzielle Sanktionen sowie reputative Risiken vor.
BEISPIEL
Unzulässige Speicherung von Personaldaten.
Datenschutzrecht
DEFINITION
Rechtsrahmen zum Schutz personenbezogener Daten.
KONTEXT
Das Datenschutzrecht umfasst nationale und internationale Regelwerke wie die DSGVO oder das Schweizer Datenschutzgesetz und ist eng verknüpft mit Internen Kontrollen, Forensischer Beweissicherung sowie Internen Untersuchungen. Es definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verarbeitung personenbezogener Daten, insbesondere in Ermittlungs-, Monitoring- und Analyseszenarien.
BEDEUTUNG
Setzt rechtliche Grenzen und Anforderungen für Datennutzung und beeinflusst massgeblich die Ausgestaltung von Kontroll-, Analyse- und Untersuchungsprozessen.
BEISPIEL
Einschränkung von Mitarbeiterüberwachung.
E
Erhöhte Sorgfaltspflichten (EDD)
DEFINITION
Vertiefte Prüfungen bei erhöhtem Geldwäsche- oder Korruptionsrisiko.
KONTEXT
Erhöhte Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence, EDD) sind Bestandteil risikobasierter Compliance- und Geldwäsche-Regelwerke. Sie kommen zur Anwendung bei erhöhtem Risiko, insbesondere bei politisch exponierten Personen (PEP), komplexen Unternehmensstrukturen oder grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen. EDD baut auf der Customer Due Diligence (CDD) auf und erweitert diese um vertiefte Prüfungen, insbesondere zur Herkunft von Vermögenswerten und Mitteln.
BEDEUTUNG
Erhöhte Sorgfaltspflichten (EDD) sind in Hochrisikosituationen regulatorisch vorgeschrieben und dienen dazu, Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche, Korruption und anderen Formen von Wirtschaftskriminalität wirksam zu identifizieren und zu steuern.
BEISPIEL
Zusätzliche Herkunftsnachweise von Vermögenswerten.
EU-Hinweisgeberrichtlinie
DEFINITION
EU-weite Mindeststandards zum Schutz von Hinweisgebenden.
KONTEXT
Die EU-Hinweisgeberrichtlinie (EU 2019/1937) legt verbindliche Mindeststandards für den Schutz von Hinweisgebenden fest und steht in engem Zusammenhang mit Whistleblower Protection, Hinweisen und Meldungen sowie Internen Untersuchungen. Sie verpflichtet Unternehmen und öffentliche Stellen zur Einrichtung sicherer interner und externer Meldekanäle sowie zur Umsetzung definierter Verfahrensanforderungen.
BEDEUTUNG
Schafft einen rechtlich verbindlichen Rahmen für Hinweisgebersysteme und stärkt Transparenz, Compliance und Betrugsaufdeckung.
BEISPIEL
Einrichtung interner Meldekanäle.
Exportkontroll-Compliance
DEFINITION
Einhaltung von Vorschriften zur Ausfuhr sensibler Güter und Technologien.
KONTEXT
Exportkontroll-Compliance umfasst die Einhaltung nationaler und internationaler Vorschriften (z. B. EU-Dual-Use-Verordnung, Sanktionsregime) und steht in engem Zusammenhang mit Compliance-Verstössen, Meldepflichten an Behörden sowie Internen Kontrollen. Sie betrifft insbesondere Unternehmen mit internationalen Lieferketten, Technologiebezug oder sicherheitsrelevanten Gütern.
BEDEUTUNG
Verhindert unzulässige Technologie- und Gütertransfers und reduziert regulatorische, strafrechtliche sowie reputationsbezogene Risiken.
BEISPIEL
Genehmigungspflicht für Softwareexport.
G
Geldwäsche
DEFINITION
Geldwäsche bezeichnet den Prozess, mit dem die Herkunft illegal erlangter Vermögenswerte verschleiert wird, um sie als rechtmässig erscheinen zu lassen.
KONTEXT
Geldwäsche erfolgt typischerweise in mehreren Phasen, darunter Platzierung, Verschleierung (Layering) und Integration. Sie steht in engem Zusammenhang mit Betrug, Korruption und organisierter Kriminalität und ist ein zentraler Fokus regulatorischer Vorgaben wie Geldwäschereigesetze.
BEDEUTUNG
Geldwäsche ermöglicht die Nutzung illegaler Erträge und setzt Organisationen erheblichen regulatorischen, finanziellen und reputativen Risiken aus.
BEISPIEL
Komplexe Zahlungsströme ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck.
Geldwäschereibekämpfung (AML)
DEFINITION
Geldwaeschereibekaempfung (Anti-Money Laundering, AML) umfasst die Gesamtheit gesetzlicher, regulatorischer und organisatorischer Massnahmen zur Verhinderung von Geldwaesche und Terrorismusfinanzierung.
KONTEXT
Geldwaeschereibekaempfung (AML) ist ein zentrales Element von Compliance-Systemen und steht in engem Zusammenhang mit Erhoehte Sorgfaltspflichten (EDD), Customer Due Diligence (CDD) sowie risikobasierten Kontrollansaetzen. Sie betrifft sowohl Finanzinstitute als auch zunehmend Nichtfinanzunternehmen mit entsprechenden Sorgfaltspflichten.
BEDEUTUNG
Geldwaeschereibekaempfung (AML) ist ein zentrales regulatorisches Thema und verpflichtet Organisationen zur Implementierung wirksamer Kontrollen zur Identifikation, Bewertung und Meldung verdaechtiger Transaktionen.
BEISPIEL
Pflicht zur Identifikation wirtschaftlich Berechtigter.
K
Kunden-Sorgfaltspflichten (Customer Due Diligence, CDD)
DEFINITION
Sorgfaltspflichten (CDD) bezeichnen die risikobasierte Prüfung von Kunden, Transaktionen und Geschäftsbeziehungen zur Identifikation, Bewertung und Überwachung von Risiken.
KONTEXT
CDD ist ein zentraler Bestandteil der Geldwäschereibekämpfung (AML) und steht in engem Zusammenhang mit Kundenidentifikation (KYC) sowie Enhanced Due Diligence (EDD). Es wird insbesondere bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen und im Rahmen laufender Überwachung angewendet.
BEDEUTUNG
CDD ermöglicht eine risikoadäquate Steuerung von Kontrollen und stellt sicher, dass Prüfintensität und Überwachung dem jeweiligen Risikoprofil entsprechen.
BEISPIEL
Erhöhte Prüfung bei Hochrisikokunden.
Kundenidentifikation (KYC)
DEFINITION
Kundenidentifikation (KYC) bezeichnet Verfahren zur Identifikation und Verifizierung von Kunden und Geschäftspartnern, einschliesslich Prüfung von Identität, wirtschaftlich Berechtigten und Risikoprofilen.
KONTEXT
KYC ist ein zentraler Bestandteil der Geldwäschereibekämpfung (AML) und steht in engem Zusammenhang mit Enhanced Due Diligence (EDD) sowie risikobasierten Compliance-Ansätzen. Es wird insbesondere bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen, bei Transaktionen und im Rahmen laufender Überwachung angewendet.
BEDEUTUNG
KYC bildet die Grundlage zur Vermeidung von Geldwäsche, Betrug und Sanktionsverstössen und ist in vielen regulierten Branchen eine gesetzliche Pflicht.
BEISPIEL
Identitätsprüfung vor Kontoeröffnung.
M
Meldepflicht an Behörden
DEFINITION
Die Meldepflicht an Behörden bezeichnet die gesetzliche Verpflichtung, bestimmte Sachverhalte oder Verdachtsfälle an zuständige Aufsichts- oder Strafverfolgungsbehörden zu melden.
KONTEXT
Meldepflichten sind ein zentraler Bestandteil von Geldwäschereibekämpfung (AML), Compliance und regulatorischer Aufsicht. Sie stehen in engem Zusammenhang mit Kundenidentifikation (KYC), Enhanced Due Diligence (EDD) sowie internen Melde- und Kontrollprozessen. Typische Anwendungsfälle sind Verdachtsmeldungen bei Geldwäsche oder Sanktionsverstössen.
BEDEUTUNG
Die Einhaltung von Meldepflichten ist rechtlich zwingend; Verstösse können zu erheblichen Sanktionen, strafrechtlicher Verfolgung und Reputationsschäden führen.
BEISPIEL
Verdachtsmeldung an Geldwäschestelle.
P
Politisch exponierte Person (PEP)
DEFINITION
Eine politisch exponierte Person (PEP) ist eine Person, die ein wichtiges öffentliches Amt ausübt oder ausgeübt hat, sowie deren nahestehende Personen und enge Geschäftspartner mit erhöhtem Korruptions- und Geldwäscherisiko.
KONTEXT
PEPs stehen im Fokus der Geldwäschereibekämpfung (AML) und erfordern verstärkte Prüfungen im Rahmen von Kundenidentifikation (KYC) und Enhanced Due Diligence (EDD). Sie treten insbesondere in internationalen Geschäftsbeziehungen, komplexen Unternehmensstrukturen und politisch sensiblen Märkten auf.
BEDEUTUNG
PEPs unterliegen verschärften Sorgfalts-, Prüf- und Überwachungspflichten, da sie ein erhöhtes Risiko für Korruption, Geldwäsche und Interessenkonflikte darstellen.
BEISPIEL
Minister als wirtschaftlich Berechtigter eines Kunden.
S
Sanktions-Compliance
DEFINITION
Einhaltung nationaler und internationaler Sanktionsregime.
KONTEXT
Sanctions Compliance bezeichnet die Einhaltung nationaler und internationaler Sanktionsregime, insbesondere in Bezug auf Personen, Organisationen und Staaten, und steht in engem Zusammenhang mit Geldwäschereibekämpfung (AML), Kundenidentifikation (KYC) sowie Transaktionsmonitoring und Screening-Prozessen. Sie ist zentral für Finanzinstitute und global tätige Unternehmen mit erhöhtem regulatorischem Risiko.
BEDEUTUNG
Verstösse können zu erheblichen rechtlichen, finanziellen und reputationsbezogenen Konsequenzen führen und sind daher ein zentrales Compliance-Risiko.
BEISPIEL
Zahlungsstopp an sanktionierte Organisation.
Schutz von Hinweisgebenden
DEFINITION
Der Schutz von Hinweisgebenden umfasst rechtliche und organisatorische Massnahmen zum Schutz von Personen, die Missstände oder Fehlverhalten melden, insbesondere vor Repressalien.
KONTEXT
Der Schutz von Hinweisgebenden ist ein zentraler Bestandteil von Hinweisen und Meldungen sowie moderner Compliance-Systeme und steht in engem Zusammenhang mit der Vermeidung von Repressalien gegen Hinweisgebende. Er ist häufig gesetzlich geregelt, insbesondere im Rahmen internationaler und nationaler Hinweisgeberschutzvorschriften.
BEDEUTUNG
Ein wirksamer Schutz erhöht die Meldebereitschaft, stärkt das Vertrauen in Hinweisgebersysteme und verbessert die Aufdeckungswahrscheinlichkeit von Betrug und Fehlverhalten.
BEISPIEL
Schutz vor Kündigung nach Meldung.
Schweizer Datenschutzgesetz (DSG)
DEFINITION
Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) ist das nationale Gesetz der Schweiz zum Schutz personenbezogener Daten und zur Regelung deren Bearbeitung durch private und öffentliche Stellen.
KONTEXT
Das DSG ist zentral für den Umgang mit Personendaten im Rahmen von Internen Untersuchungen, Forensischer Beweissicherung und IT-Kontrollen. Es steht in engem Zusammenhang mit internationalen Regelwerken wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und beeinflusst insbesondere Datenzugriffe, Protokollierung und Aufbewahrung.
BEDEUTUNG
Die Einhaltung des DSG ist für Organisationen verpflichtend und bestimmt, wie personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet und geschützt werden müssen, insbesondere in sensiblen Untersuchungs- und Kontrollkontexten.
BEISPIEL
Zugriffsbeschränkung auf Personaldaten.
T
Transaktionsmonitoring
DEFINITION
Transaktionsmonitoring ist die systematische Überwachung von Transaktionen zur Erkennung auffälliger Muster.
KONTEXT
Transaktionsmonitoring ist ein zentrales Instrument im Rahmen von Geldwäschereibekämpfung (AML), Fraud Detection Methods und Datenbasierter Betrugsaufdeckung. Es wird typischerweise in Finanzsystemen und ERP-Landschaften eingesetzt und basiert auf regelbasierten sowie datenanalytischen Verfahren zur Identifikation von Auffälligkeiten.
BEDEUTUNG
Ermöglicht die frühzeitige Erkennung verdächtiger Aktivitäten und ist ein zentraler Baustein wirksamer Präventions- und Detektionssysteme.
BEISPIEL
Automatischer Alarm bei ungewöhnlich vielen Rückerstattungen.
U
Unternehmensstrafbarkeit
DEFINITION
Strafrechtliche Verantwortung von Unternehmen.
KONTEXT
Unternehmensstrafbarkeit bezeichnet die strafrechtliche Verantwortlichkeit juristischer Personen für Straftaten, die innerhalb der Organisation begangen werden. Sie ist in vielen Rechtsordnungen gesetzlich verankert (z. B. im schweizerischen Strafrecht) und greift insbesondere bei unzureichender Organisation, mangelhaften internen Kontrollen oder fehlender Aufsicht. Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit Compliance, Corporate Governance, internen Kontrollsystemen (IKS) und Organisationsverschulden.
BEDEUTUNG
Begründet direkte strafrechtliche Risiken für Unternehmen und erhöht die Anforderungen an wirksame Compliance-, Kontroll- und Governance-Strukturen erheblich.
BEISPIEL
Unternehmen haftet für systemische Mängel.
V
Verdachtsmeldung (SAR)
DEFINITION
Eine Verdachtsmeldung (SAR) ist die formelle Meldung verdächtiger Transaktionen oder Aktivitäten an zuständige Behörden im Rahmen gesetzlicher Vorgaben.
KONTEXT
Verdachtsmeldungen sind ein zentrales Element der Geldwäschereibekämpfung (AML) und stehen in engem Zusammenhang mit Meldepflicht an Behörden, Kundenidentifikation (KYC) sowie Sorgfaltspflichten (CDD). Sie werden ausgelöst, wenn ungewöhnliche oder nicht erklärbare Transaktionsmuster festgestellt werden.
BEDEUTUNG
Sie sind ein wesentliches Instrument zur Aufdeckung und Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und anderen Finanzdelikten.
BEISPIEL
Meldung ungewöhnlicher Transaktionen.
W
Wirtschaftlich Berechtigter (Beneficial Owner)
DEFINITION
Der wirtschaftlich Berechtigte ist die Person, die eine Organisation letztlich besitzt oder kontrolliert oder von ihr wirtschaftlich profitiert.
KONTEXT
Der wirtschaftlich Berechtigte ist ein zentrales Konzept der Geldwäschereibekämpfung (AML) und steht in engem Zusammenhang mit Kundenidentifikation (KYC) sowie Sorgfaltspflichten (CDD). Die Identifikation wirtschaftlich Berechtigter ist insbesondere bei komplexen Beteiligungsstrukturen und internationalen Geschäftsbeziehungen von Bedeutung.
BEDEUTUNG
Transparenz über wirtschaftlich Berechtigte ist zentral für die Geldwäscheprävention (Anti-Geldwäsche, AML) und zur Erkennung verdeckter Interessenkonflikte.
BEISPIEL
Ein Lieferant wird formal von einer Holding gehalten, effektiv jedoch von einer Einzelperson kontrolliert.
