Glossar

A

Aufdeckung durch externe Prüfung

DEFINITION
Feststellung von Unregelmässigkeiten durch externe Revisoren.
BEDEUTUNG
Primär auf Finanzberichterstattung fokussiert.
BEISPIEL
Abweichungen im Jahresabschluss.

Aufdeckung durch interne Revision

DEFINITION
Betrugserkennung durch unabhängige Prüfungen innerhalb der Organisation.
BEDEUTUNG
Wirksam bei systematischen und prozessualen Schwächen.
BEISPIEL
Interne Revision entdeckt manipulierte Buchungen.

Auffällige Dokumentation

DEFINITION
Unvollständige, verspätete oder manipulierte Unterlagen.
BEDEUTUNG
Erschwert Nachvollziehbarkeit.
BEISPIEL
Fehlende Leistungsnachweise.

Auffällige Lieferanten

DEFINITION
Ungewöhnliche Merkmale bei Lieferanten.
BEDEUTUNG
Hinweis auf Schein- oder verbundene Unternehmen.
BEISPIEL
Keine Website oder identische Adressen.

Auffällige Transaktionsmuster

DEFINITION
Ungewöhnliche Häufungen oder Wiederholungen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf systematische Manipulation.
BEISPIEL
Viele Kleinbeträge an denselben Empfänger.

Auffälliger Lebensstil

DEFINITION
Ungewöhnlicher Wohlstand ohne erkennbare Einkommensquelle.
BEDEUTUNG
Häufiges Warnsignal bei internen Betrugsfällen.
BEISPIEL
Luxusfahrzeug trotz moderatem Einkommen.

Aufgeschobene Strafverfolgung

DEFINITION
Vereinbarung zur Aussetzung eines Strafverfahrens unter Auflagen.
BEDEUTUNG
Häufig in US-Compliance-Fällen.
BEISPIEL
Zahlung von Bußen und Auflagen.

Aufsichtsrechtliche Maßnahme

DEFINITION
Durchsetzungshandlung durch Behörden.
BEDEUTUNG
Kann Geldstrafen, Auflagen oder Lizenzentzug umfassen.
BEISPIEL
Bußgeld wegen AML-Verstoß.

B

Bestätigungsquote

DEFINITION
Anteil bestätigter Fälle an allen Hinweisen.
BEDEUTUNG
Qualitätsindikator für Meldungen und Untersuchungen.
BEISPIEL
40 Prozent der Hinweise bestätigt.

Bestechung

DEFINITION
Bestechung ist das Anbieten, Versprechen oder Gewaehren eines Vorteils, um eine pflichtwidrige Handlung herbeizufuehren.
BEDEUTUNG
Bestechung ist in den meisten Rechtsordnungen strafbar, auch im internationalen Geschaeftsverkehr.
BEISPIEL
Zahlungen an auslaendische Amtstraeger zur Erlangung von Genehmigungen.

Betrugsdreieck

DEFINITION
Das Betrugsdreieck beschreibt die drei Faktoren Motivation, Gelegenheit und Rechtfertigung als zentrale Ursachen von Betrug.
BEDEUTUNG
Es dient als analytisches Modell zur Praevention, Frueherkennung und Untersuchung von Betrugshandlungen.
BEISPIEL
Finanzielle Notlage kombiniert mit fehlenden Kontrollen.

Betrugshäufigkeit

DEFINITION
Anzahl von Betrugsfällen in einem definierten Zeitraum.
BEDEUTUNG
Erlaubt Trendanalysen und Risikobewertung.
BEISPIEL
Anstieg von 5 auf 9 Fälle pro Jahr.

Betrugskennzahl (Fraud KPI)

DEFINITION
Quantitative Kennzahl zur Messung von Betrugsrisiken, -fällen oder Kontrollwirksamkeit.
BEDEUTUNG
Ermöglicht Steuerung, Vergleich und Berichterstattung auf Management-Ebene.
BEISPIEL
Anzahl aufgedeckter Betrugsfälle pro Jahr.

Betrugsprävention

DEFINITION
Massnahmen zur Verhinderung von Betrug.
BEDEUTUNG
Kosteneffizienter als nachträgliche Aufklärung.
BEISPIEL
Sensibilisierung von Mitarbeitenden mittels Schulung.

Betrugsschaden

DEFINITION
Finanzieller Schaden, der durch betrügerische Handlungen entstanden ist.
BEDEUTUNG
Zentrale Größe zur Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkung von Betrug.
BEISPIEL
Gesamtschaden durch Scheinrechnungen.

Betrugsschema

DEFINITION
Ein Betrugsschema ist ein wiederkehrendes Vorgehensmuster zur Begehung und Verschleierung von Betrug.
BEDEUTUNG
Die Kenntnis typischer Schemata unterstützt Prävention und Aufdeckung, da viele Fälle bekannten Mustern folgen.
BEISPIEL
Scheinlieferanten werden angelegt und über gefälschte Rechnungen bezahlt.

Beweiskette (Chain of Custody)

DEFINITION
Dokumentation aller Zugriffe auf Beweismittel.
BEDEUTUNG
Verhindert Manipulationsvorwürfe.
BEISPIEL
Protokollierte Übergabe von Datenträgern.

Bilanzbetrug

DEFINITION
Bilanzbetrug umfasst vorsaetzliche Manipulationen von Finanzberichten, um ein verzerrtes Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens zu vermitteln.
BEDEUTUNG
Im Vergleich zu anderen Formen von Occupational Fraud tritt Bilanzbetrug seltener auf, verursacht jedoch regelmaessig besonders hohe finanzielle, rechtliche und reputative Schaeden.
BEISPIEL
Bewusst ueberhoehte Umsatzerfassung zum Jahresende.

Briefkastenfirma

DEFINITION
Eine Briefkastenfirma ist eine rechtlich registrierte Einheit ohne nennenswerte operative Tätigkeit.
BEDEUTUNG
Briefkastenfirmen sind nicht per se illegal oder betrügerisch, können jedoch je nach Kontext ein Red Flag für Betrug, Korruption oder Geldwäsche darstellen.
BEISPIEL
Zahlungen an eine Firma ohne Mitarbeitende oder tatsächlichen Geschäftsbetrieb.

C

Compliance-Verstoss

DEFINITION
Verletzung interner oder externer Regeln, Gesetze oder Richtlinien.
BEDEUTUNG
Kann zu Sanktionen, Reputationsschäden und Haftungsrisiken führen.
BEISPIEL
Missachtung von Sanktionsvorgaben.

Compliance-Verstoßquote

DEFINITION
Anzahl festgestellter Regelverstöße.
BEDEUTUNG
Frühindikator für Governance-Risiken.
BEISPIEL
Mehrere Sanktionsverstöße.

Cyberbetrug

DEFINITION
Cyberbetrug umfasst betruegerische Handlungen unter Nutzung digitaler Systeme, Netzwerke oder Kommunikationsmittel.
BEDEUTUNG
Die zunehmende Digitalisierung erhoeht Reichweite, Geschwindigkeit und Schaeden solcher Delikte erheblich.
BEISPIEL
Phishing-Angriffe zur Erlangung von Zugangsdaten.

D

Datenanalyse zur Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Der Einsatz strukturierter Datenanalysen zur systematischen Erkennung von Auffälligkeiten und Mustern.
BEDEUTUNG
Er ermöglicht skalierbare Betrugserkennung über vollständige Datenbestände hinweg.
BEISPIEL
Abgleich von Lieferanten- und Mitarbeitendendaten zur Identifikation von Überschneidungen.

Datenbasierte Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Analyse grosser Datenmengen zur Identifikation auffälliger Muster.
BEDEUTUNG
Ermöglicht skalierbare und kontinuierliche Überwachung.
BEISPIEL
Dublettenanalyse bei Lieferanten.

Datenmanipulation

DEFINITION
Gezielte Veränderung oder Löschung von Daten zur Täuschung.
BEDEUTUNG
Beeinflusst Entscheidungsgrundlagen und Kontrollsysteme.
BEISPIEL
Änderung von Buchungsdaten im ERP-System.

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

DEFINITION
EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten.
BEDEUTUNG
Hohe Bußgelder bei Verstößen.
BEISPIEL
Unzulässige Speicherung von Personaldaten.

Datenschutzrecht

DEFINITION
Rechtsrahmen zum Schutz personenbezogener Daten.
BEDEUTUNG
Relevanz für Ermittlungen, Monitoring und Analysen.
BEISPIEL
Einschränkung von Mitarbeiterüberwachung.

Diebstahl von Inventar und Vermögenswerten

DEFINITION
Der Diebstahl von Inventar oder Vermögenswerten umfasst die unrechtmässige Entwendung physischer Güter einer Organisation, wie Waren, Materialien, Geräte oder Lagerbestände.
BEDEUTUNG
Diese Betrugsform ist besonders in Lager-, Produktions- und Logistikprozessen verbreitet und wird durch mangelhafte Bestandskontrollen oder fehlende Inventurprozesse begünstigt.
BEISPIEL
Ein Mitarbeitender entwendet regelmässig Lagerware für den privaten Weiterverkauf.

Doppelzahlungen

DEFINITION
Mehrfache Zahlung derselben Rechnung.
BEDEUTUNG
Häufiges Anzeichen für Kontrollschwächen.
BEISPIEL
Rechnung wird zweimal bezahlt.

Durchschnittliche Betrugsdauer

DEFINITION
Zeitspanne zwischen Beginn und Entdeckung eines Betrugsfalls.
BEDEUTUNG
Je kürzer die Dauer, desto wirksamer sind Kontrollen und Hinweise.
BEISPIEL
Betrug wird nach 14 Monaten entdeckt.

E

Entdeckungsdauer

DEFINITION
Zeit bis zur erstmaligen Identifikation eines Betrugs.
BEDEUTUNG
Wesentlich für Schadensbegrenzung.
BEISPIEL
Hinweis führt nach zwei Wochen zur Aufdeckung.

Entdeckungsquellen-Quote

DEFINITION
Verhältnis der Entdeckungsarten (Hinweise, Audit, Analysen).
BEDEUTUNG
Zeigt, welche Maßnahmen effektiv sind.
BEISPIEL
60 Prozent der Fälle durch Hinweise entdeckt.

Erhöhte Sorgfaltspflichten (EDD)

DEFINITION
Vertiefte Prüfungen bei erhöhtem Geldwäsche- oder Korruptionsrisiko.
BEDEUTUNG
Pflicht bei politisch exponierten Personen oder komplexen Strukturen.
BEISPIEL
Zusätzliche Herkunftsnachweise von Vermögenswerten.

Exportkontroll-Compliance

DEFINITION
Einhaltung von Vorschriften zur Ausfuhr sensibler Güter und Technologien.
BEDEUTUNG
Relevant für Industrie, Technologie und Dual-Use-Güter.
BEISPIEL
Genehmigungspflicht für Softwareexport.

F

Fehlbewertung von Vermögenswerten

DEFINITION
Bewusste Über- oder Unterbewertung von Vermögenswerten.
BEDEUTUNG
Beeinflusst Bilanzkennzahlen und Kreditwürdigkeit.
BEISPIEL
Überhöhte Bewertung von Lagerbeständen.

Fehlerhafte Offenlegung

DEFINITION
Unvollständige oder irreführende Angaben im Anhang.
BEDEUTUNG
Untergräbt Transparenz für Stakeholder.
BEISPIEL
Wesentliche Risiken werden verschwiegen.

Forensische Befragung

DEFINITION
Die forensische Befragung ist eine strukturierte Gesprächstechnik zur systematischen Sachverhaltsaufklärung im Rahmen von Untersuchungen.
BEDEUTUNG
Sie dient der Gewinnung verlässlicher Informationen unter Beachtung rechtlicher, psychologischer und ethischer Rahmenbedingungen.
BEISPIEL
Eine interne Untersuchung führt standardisierte Interviews mit beteiligten Mitarbeitenden durch.

Forensische Beweissicherung

DEFINITION
Sicherstellung, Dokumentation und Aufbewahrung von Beweismitteln.
BEDEUTUNG
Entscheidend für Verwertbarkeit vor Gericht.
BEISPIEL
Sicherung von Server-Logs.

Fraud Risk Assessment (Betrugsrisikoanalyse)

DEFINITION
Eine Betrugsrisikoanalyse ist ein strukturierter Prozess zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Betrugsrisiken in Organisationen, Prozessen oder Systemen.
BEDEUTUNG
Sie bildet die Grundlage wirksamer Prävention, indem Anreize, Gelegenheiten und Kontrollschwächen systematisch identifiziert und adressiert werden.
BEISPIEL
Ein Unternehmen analysiert den Einkaufsprozess und identifiziert fehlende Lieferantenprüfungen als zentrales Risiko.

Funktionstrennung (Segregation of Duties)

DEFINITION
Funktionstrennung bezeichnet die Aufteilung kritischer Prozessschritte auf unterschiedliche Personen oder Rollen.
BEDEUTUNG
Sie verhindert, dass einzelne Personen Transaktionen vollständig initiieren, genehmigen und ausführen können, und reduziert so Betrugsrisiken.
BEISPIEL
Die Person, die Lieferanten anlegt, darf keine Zahlungen freigeben.

G

Geldwäsche

DEFINITION
Geldwäsche bezeichnet das Verschleiern der illegalen Herkunft von Vermögenswerten durch deren Einschleusen in den legalen Wirtschaftskreislauf.
BEDEUTUNG
Unternehmen können über Kunden-, Lieferanten- oder Zahlungsbeziehungen exponiert sein und unterliegen gesetzlichen Sorgfaltspflichten.
BEISPIEL
Komplexe Zahlungsströme ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck.

Geldwäschereibekämpfung (AML)

DEFINITION
Gesamtheit gesetzlicher und organisatorischer Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
BEDEUTUNG
Zentrales Compliance-Thema für Finanz- und Nichtfinanzunternehmen mit Sorgfaltspflichten.
BEISPIEL
Pflicht zur Identifikation wirtschaftlich Berechtigter.

Ghost Employee (Scheinmitarbeitende)

DEFINITION
Ghost Employees sind nicht existierende oder ausgeschiedene Mitarbeitende, die weiterhin entlöhnt werden.
BEDEUTUNG
Risiken entstehen durch schwache Eintritts-, Übertritts- und Austrittsprozesse.
BEISPIEL
Weiterzahlung von Lohn an eine bereits ausgeschiedene Person.

H

Handel mit Einflussnahme

DEFINITION
Handel mit Einflussnahme bezeichnet das Anbieten oder Annehmen von Vorteilen im Austausch für die Ausübung tatsächlichen oder vermeintlichen Einflusses auf Entscheidungsprozesse.
BEDEUTUNG
Diese Form der Korruption ist besonders schwer nachweisbar, da keine formale Entscheidungsbefugnis bestehen muss, sondern bereits der Zugang zu Entscheidungsträgern ausgenutzt wird.
BEISPIEL
Eine Person verlangt Zahlungen dafür, politische oder administrative Entscheide zu beeinflussen.

Häufigkeit von Ausnahmen

DEFINITION
Anzahl von Kontrollübersteuerungen.
BEDEUTUNG
Hohe Werte deuten auf Missbrauch oder schlechte Prozesse hin.
BEISPIEL
Zahlungsfreigaben außerhalb Standardprozess.

I

Identitätsbetrug

DEFINITION
Identitätsbetrug ist die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten zur Vortäuschung einer falschen Identität.
BEDEUTUNG
Er betrifft Privatpersonen und Unternehmen und erfordert wirksame Identitätsprüfungen.
BEISPIEL
Eröffnung eines Kundenkontos mit gestohlenen Ausweisdaten.

Interessenkonflikt

DEFINITION
Ein Interessenkonflikt besteht, wenn private oder persoenliche Interessen die objektive Wahrnehmung dienstlicher Aufgaben beeintraechtigen koennen.
BEDEUTUNG
Nicht deklarierte Interessenkonflikte erhoehen das Risiko von Fehlentscheidungen, Korruption und Betrug.
BEISPIEL
Vergabe von Auftraegen an ein eigenes oder nahestehendes Unternehmen.

Interessenkonfliktbasierte Korruption

DEFINITION
Korruption aufgrund nicht offengelegter Interessenkonflikte.
BEDEUTUNG
Besonders schwer erkennbar ohne Transparenzpflichten.
BEISPIEL
Vergabe an ein eigenes Unternehmen.

Interne Kontrollen

DEFINITION
Interne Kontrollen sind organisatorische Prozesse und Massnahmen zur Sicherstellung ordnungsgemaesser Geschaeftstaetigkeit.
BEDEUTUNG
Wirksame interne Kontrollen reduzieren Betrugs-, Fehler- und Compliance-Risiken erheblich.
BEISPIEL
Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen.

Interne Untersuchung

DEFINITION
Strukturierte Aufklärung von Verdachtsfällen innerhalb einer Organisation.
BEDEUTUNG
Zentrale Maßnahme bei Betrugs- und Compliance-Vorfällen.
BEISPIEL
Analyse von E-Mails und Buchungsdaten.

K

Kassenabschöpfung

DEFINITION
Die Entwendung von Bargeld vor dessen buchhalterischer Erfassung.
BEDEUTUNG
Besonders schwer erkennbar, da keine Buchungsspuren entstehen.
BEISPIEL
Einnahmen aus Barverkäufen werden nicht verbucht.

Kassenentwendung

DEFINITION
Die Entwendung von Bargeld nach dessen ordnungsgemässer Erfassung in den Büchern.
BEDEUTUNG
Erfordert direkten Zugriff auf Bargeld und wird oft durch mangelhafte Kassenkontrollen begünstigt.
BEISPIEL
Bargeld aus der Kasse wird nach Tagesabschluss entnommen.

Kickback eines Lieferanten

DEFINITION
Ein Lieferant zahlt verdeckte Rückvergütungen (Kickbacks) an Mitarbeitende für bevorzugte Behandlung.
BEDEUTUNG
Solche Konstellationen führen zu überhöhten Preisen und Qualitätsverlusten.
BEISPIEL
Ein Lieferant zahlt Provisionen an den Einkäufer für Aufträge.

Kickback-System

DEFINITION
Ein Kickback-System liegt vor, wenn eine Person im Gegenzug fuer die Vergabe von Auftraegen verdeckte Rueckverguetungen erhaelt.
BEDEUTUNG
Kickbacks fuehren zu ueberhoehten Preisen, Qualitaetsverlusten und erhoehen das Korruptionsrisiko erheblich.
BEISPIEL
Ein Einkaeufer erhaelt verdeckte Provisionen von Lieferanten.

Kollusion

DEFINITION
Kollusion bezeichnet das bewusste Zusammenwirken mehrerer Personen zur Begehung oder Verschleierung von Betrug.
BEDEUTUNG
Sie hebelt klassische Kontrollen wie das Vier-Augen-Prinzip aus.
BEISPIEL
Einkauf und Lieferant teilen sich Gewinne aus Scheinrechnungen.

Kontrollausfallquote

DEFINITION
Anteil versagender Kontrollen.
BEDEUTUNG
Direkter Indikator für Betrugsgelegenheiten.
BEISPIEL
Mehrere fehlgeschlagene Vier-Augen-Kontrollen.

Kontrollwirksamkeit

DEFINITION
Anteil wirksamer Kontrollen an allen getesteten Kontrollen.
BEDEUTUNG
Misst Qualität des internen Kontrollsystems.
BEISPIEL
85 Prozent der Kontrollen wirksam.

Korruption

DEFINITION
Korruption bezeichnet den Missbrauch anvertrauter Macht oder Entscheidungskompetenz zum privaten oder persoenlichen Vorteil.
BEDEUTUNG
Korruption verzerrt Entscheidungsprozesse, untergraebt fairen Wettbewerb und stellt ein erhebliches Compliance- und Reputationsrisiko dar.
BEISPIEL
Vergabe oeffentlicher Auftraege gegen persoenliche Vorteile.

Kosten des Fraud-Managements

DEFINITION
Aufwand für Prävention, Detektion und Aufklärung.
BEDEUTUNG
Erlaubt Kosten-Nutzen-Abwägung.
BEISPIEL
Budget für Analysen und Schulungen.

Kundenidentifikation (KYC)

DEFINITION
Verfahren zur Identifikation und Überprüfung von Kunden und Geschäftspartnern.
BEDEUTUNG
Grundlage zur Vermeidung von Geldwäsche, Betrug und Sanktionsverstößen.
BEISPIEL
Identitätsprüfung vor Kontoeröffnung.

L

Lieferantenbetrug

DEFINITION
Lieferantenbetrug bezeichnet betrügerische Handlungen externer Lieferanten oder Dienstleister gegen eine Organisation.
BEDEUTUNG
Begünstigt durch schwache Einkaufsprozesse und mangelhafte Leistungsnachweise, oft unter Beteiligung interner Personen.
BEISPIEL
Abrechnung nicht erbrachter Leistungen.

M

Management-Überwachung

DEFINITION
Kontrollen und Plausibilisierungen durch Führungskräfte.
BEDEUTUNG
Frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Entwicklungen.
BEISPIEL
Ungewöhnliche Kostenabweichungen werden hinterfragt.

Managementbetrug

DEFINITION
Betrug durch oberste Führungsebene.
BEDEUTUNG
Besonders schadensträchtig und schwer aufzudecken.
BEISPIEL
Gezielte Bilanzfälschung durch Vorstand.

Meldegeschwindigkeit

DEFINITION
Zeit zwischen Feststellung und Meldung.
BEDEUTUNG
Verzögerungen erhöhen Haftungsrisiken.
BEISPIEL
Verspätete Eskalation an Compliance.

Meldepflicht an Behörden

DEFINITION
Pflicht zur Meldung bestimmter Sachverhalte an Aufsichtsbehörden.
BEDEUTUNG
Versäumnisse können strafbar sein.
BEISPIEL
Verdachtsmeldung an Geldwäschestelle.

Methoden der Betrugsaufdeckung

DEFINITION
Systematische Verfahren zur Identifikation betrügerischer Handlungen.
BEDEUTUNG
Eine Kombination mehrerer Methoden erhöht die Entdeckungswahrscheinlichkeit erheblich.
BEISPIEL
Hinweise, Datenanalysen und interne Kontrollen.

Mitarbeitendenhinweise

DEFINITION
Informelle Hinweise oder Beschwerden.
BEDEUTUNG
Oft frühe Warnsignale.
BEISPIEL
Hinweis auf unfair behandelten Lieferanten.

N

Nicht abgestimmte Konten

DEFINITION
Offene Differenzen in Kontenabstimmungen.
BEDEUTUNG
Erhöhtes Risiko für Fehler oder Betrug.
BEISPIEL
Kassenbestand stimmt nicht.

O

Occupational Fraud

DEFINITION
Occupational Fraud bezeichnet Betrugshandlungen, die von Mitarbeitenden, Fuehrungskraeften oder Organmitgliedern einer Organisation im Rahmen ihrer beruflichen Taetigkeit zum eigenen Vorteil begangen werden.
BEDEUTUNG
Occupational Fraud ist die haeufigste Form wirtschaftskriminellen Handelns und umfasst Delikte wie Veruntreuung, Korruption oder Bilanzmanipulation. Taeter nutzen Vertrauen, interne Schwaechen oder unzureichende Kontrollen aus.
BEISPIEL
Ein Buchhalter manipuliert Zahlungslaufe, um ueber mehrere Jahre private Konten zu bedienen.

P

Politisch exponierte Person (PEP)

DEFINITION
Person mit öffentlichem Amt oder nahestehende Person mit erhöhtem Korruptionsrisiko.
BEDEUTUNG
PEPs unterliegen verschärften Prüf- und Überwachungspflichten.
BEISPIEL
Minister als wirtschaftlich Berechtigter eines Kunden.

Prüfpfad (Audit Trail)

DEFINITION
Nachvollziehbare Dokumentation von Transaktionen und Änderungen.
BEDEUTUNG
Grundlage für Revision und Betrugsaufklärung.
BEISPIEL
Protokollierung von Buchungsänderungen.

R

Rechnungssplitting

DEFINITION
Das künstliche Aufteilen von Rechnungen zur Umgehung von Freigabelimiten.
BEDEUTUNG
Ein typisches Umgehungsschema bei formalen Kontrollen.
BEISPIEL
Eine Rechnung wird in mehrere Teilbeträge aufgeteilt, um Freigabelimits zu umgehen.

Red Flags (Warnsignale)

DEFINITION
Red Flags sind Auffälligkeiten oder Muster, die auf möglichen Betrug oder Missbrauch hinweisen können.
BEDEUTUNG
Sie sind keine Beweise, sondern Frühindikatoren für vertiefte Analysen, Priorisierung und Ermittlungen.
BEISPIEL
Mehrere Zahlungen knapp unterhalb eines Freigabelimits.

Rückgewinnungsquote

DEFINITION
Anteil des zurückgewonnenen Schadens.
BEDEUTUNG
Zeigt Wirksamkeit von Reaktion und Durchsetzung.
BEISPIEL
30 Prozent des Schadens rückgeführt.

Rundlaufgeschäfte

DEFINITION
Scheintransaktionen ohne wirtschaftlichen Gehalt.
BEDEUTUNG
Dient künstlicher Umsatzsteigerung.
BEISPIEL
Gegenseitige Rechnungsstellung ohne Leistung.

S

Sanktions-Compliance

DEFINITION
Einhaltung nationaler und internationaler Sanktionsregime.
BEDEUTUNG
Verstöße können zu hohen Strafen und Reputationsschäden führen.
BEISPIEL
Zahlungsstopp an sanktionierte Organisation.

Schaden pro Betrugsfall

DEFINITION
Durchschnittlicher Schaden je Betrugsfall.
BEDEUTUNG
Hilft bei Priorisierung von Risiken.
BEISPIEL
Durchschnittlich 120’000 CHF pro Fall.

Scheckmanipulation

DEFINITION
Manipulation oder missbräuchliche Verwendung von Schecks.
BEDEUTUNG
Tritt vor allem in Organisationen mit manuellen Zahlungsprozessen auf.
BEISPIEL
Ein Scheck wird auf einen falschen Empfänger ausgestellt.

Scheinrechnungen

DEFINITION
Scheinrechnungen sind Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen oder nicht gelieferte Waren.
BEDEUTUNG
Sie führen zu unrechtmässigen Auszahlungen und sind häufig mit Kollusion verbunden.
BEISPIEL
Rechnung ohne Bestell- oder Leistungsnachweis.

Schulungsabdeckung

DEFINITION
Anteil geschulter Mitarbeitender.
BEDEUTUNG
Grundlage für Prävention und Sensibilisierung.
BEISPIEL
90 Prozent absolvieren Fraud-Schulung.

Schweizer Datenschutzgesetz (DSG)

DEFINITION
Nationales Datenschutzgesetz der Schweiz.
BEDEUTUNG
Relevant für interne Untersuchungen und IT-Kontrollen.
BEISPIEL
Zugriffsbeschränkung auf Personaldaten.

Social Engineering

DEFINITION
Social Engineering bezeichnet die gezielte psychologische Manipulation von Personen, um sie zur Preisgabe vertraulicher Informationen, zur Ausfuehrung bestimmter Handlungen oder zur Umgehung von Sicherheitsmechanismen zu bewegen.
BEDEUTUNG
Diese Angriffe nutzen menschliche Verhaltensmuster wie Autoritaetsglaeubigkeit, Zeitdruck oder Vertrauen aus und umgehen technische Sicherheitsmassnahmen.
BEISPIEL
CEO-Fraud per E-Mail mit Zahlungsaufforderung.

Sorgfaltspflichten (CDD)

DEFINITION
Risikobasierte Prüfung von Kunden, Transaktionen und Geschäftsbeziehungen.
BEDEUTUNG
Erlaubt angemessene Kontrolle je nach Risikoprofil.
BEISPIEL
Erhöhte Prüfung bei Hochrisikokunden.

Submissionsabsprachen

DEFINITION
Submissionsabsprachen sind geheime Absprachen zwischen Anbietern zur Manipulation von Ausschreibungen.
BEDEUTUNG
Sie verzerren den Wettbewerb und führen zu überhöhten Preisen oder schlechterer Leistung.
BEISPIEL
Mehrere Anbieter sprechen sich ab, wer den Zuschlag erhält.

T

Tone at the Top

DEFINITION
Tone at the Top beschreibt Haltung, Verhalten und Vorbildfunktion der obersten Führungsebene in Bezug auf Integrität und Compliance.
BEDEUTUNG
Die Unternehmenskultur beeinflusst Betrugsrisiken erheblich. Inkonsistentes Verhalten der Führung erleichtert Rationalisierung und Regelverstösse.
BEISPIEL
Die Geschäftsleitung lebt Spesenregeln konsequent vor und sanktioniert Verstösse.

Transaktionsmonitoring

DEFINITION
Transaktionsmonitoring ist die systematische Überwachung von Transaktionen zur Erkennung auffälliger Muster.
BEDEUTUNG
Es ist ein Kerninstrument der Geldwäsche- und Betrugsbekämpfung (Anti-Geldwäsche, AML) und erfordert hochwertige Daten und Nachvollziehbarkeit.
BEISPIEL
Automatischer Alarm bei ungewöhnlich vielen Rückerstattungen.

U

Umgehung interner Kontrollen (Management Override)

DEFINITION
Management Override beschreibt das bewusste Aushebeln bestehender Kontrollen durch Führungskräfte.
BEDEUTUNG
Aufgrund von Autorität und Zugriff stellt dies einen der kritischsten Betrugsrisikotreiber dar und kann Kontrollsysteme wirkungslos machen.
BEISPIEL
Eine Führungskraft erzwingt eine Ausnahmefreigabe für eine Zahlung ohne ausreichende Nachweise.

Umgehung von Freigabelimiten

DEFINITION
Transaktionen knapp unterhalb definierter Schwellen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf gezielte Umgehung.
BEISPIEL
Mehrere Zahlungen unter 10’000 CHF.

Umgehung von Kontrollen

DEFINITION
Häufige Ausnahmen oder Sonderfreigaben.
BEDEUTUNG
Hinweis auf Machtmissbrauch oder Regelbruch.
BEISPIEL
Regelmässige manuelle Zahlungsausnahmen.

Umsatzmanipulation

DEFINITION
Umsatzmanipulation bezeichnet die vorsätzliche falsche, verfrühte oder unangemessene Erfassung von Umsätzen, um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens besser darzustellen als sie tatsächlich ist.
BEDEUTUNG
Diese Form des Bilanzbetrugs zielt darauf ab, Kennzahlen, Ergebnisse oder Erwartungen von Investoren, Eigentümern oder Kreditgebern zu beeinflussen. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit Leistungsdruck, Bonusmodellen oder Kapitalmarktanforderungen auf.
BEISPIEL
Umsätze werden bereits vor Lieferung oder Leistungserbringung gebucht, um Quartals- oder Jahresziele zu erreichen.

Unrechtmässige Auszahlung

DEFINITION
Unzulässige Zahlungen unter Nutzung formaler Auszahlungsprozesse.
BEDEUTUNG
Oft mit gefälschten Dokumenten oder Scheinlieferanten verbunden.
BEISPIEL
Zahlung an einen nicht existierenden Lieferanten.

Unternehmensstrafbarkeit

DEFINITION
Strafrechtliche Verantwortung von Unternehmen.
BEDEUTUNG
Erhöht Anforderungen an Compliance und Kontrollen.
BEISPIEL
Unternehmen haftet für systemische Mängel.

Untersuchungsdauer

DEFINITION
Zeit vom Start bis Abschluss einer Untersuchung.
BEDEUTUNG
Lange Dauer bindet Ressourcen und erhöht Kosten.
BEISPIEL
Untersuchung dauert sechs Monate.

Unzulässige Vorteile

DEFINITION
Gewährung oder Annahme von Vorteilen ohne unmittelbare Gegenleistung.
BEDEUTUNG
Schwächt Integrität und begünstigt spätere Korruption.
BEISPIEL
Ein Geschenk nach erfolgter Auftragsvergabe.

V

Verdachtsmeldung (SAR)

DEFINITION
Formelle Meldung verdächtiger Transaktionen oder Aktivitäten.
BEDEUTUNG
Zentrales Instrument der Geldwäschereibekämpfung.
BEISPIEL
Meldung ungewöhnlicher Transaktionen.

Verschleierte Verbindlichkeiten

DEFINITION
Nichtausweis oder Verdeckung von Verpflichtungen.
BEDEUTUNG
Täuscht finanzielle Stabilität vor.
BEISPIEL
Rückstellungen werden nicht gebildet.

Veruntreuung von Vermoegenswerten

DEFINITION
Asset Misappropriation bezeichnet die unrechtmaessige Aneignung oder Nutzung von Vermoegenswerten einer Organisation durch Mitarbeitende oder Fuehrungskraefte.
BEDEUTUNG
Diese Betrugsform ist besonders verbreitet, da sie oft mit kleinen Betraegen beginnt und lange unentdeckt bleibt.
BEISPIEL
Private Nutzung von Firmenkreditkarten fuer persoenliche Ausgaben.

W

Whistleblowing

DEFINITION
Whistleblowing bezeichnet das Melden von Missstaenden oder Rechtsverstoessen innerhalb einer Organisation.
BEDEUTUNG
Hinweisgebersysteme sind eines der wirksamsten Mittel zur Aufdeckung von Betrug.
BEISPIEL
Anonyme Meldung ueber ein internes Hinweisgebersystem.

Wiederholungstäterquote

DEFINITION
Anteil von Personen oder Einheiten mit wiederholten Vorfällen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf strukturelle Defizite.
BEISPIEL
Erneuter Betrug im selben Bereich.

Wirtschaftlich Berechtigter (Beneficial Owner)

DEFINITION
Der wirtschaftlich Berechtigte ist die Person, die eine Organisation letztlich besitzt oder kontrolliert oder von ihr wirtschaftlich profitiert.
BEDEUTUNG
Transparenz über wirtschaftlich Berechtigte ist zentral für die Geldwäscheprävention (Anti-Geldwäsche, AML) und zur Erkennung verdeckter Interessenkonflikte.
BEISPIEL
Ein Lieferant wird formal von einer Holding gehalten, effektiv jedoch von einer Einzelperson kontrolliert.

Wirtschaftliche Erpressung

DEFINITION
Erzwingen von Vorteilen durch Androhung von Nachteilen.
BEDEUTUNG
Kann intern oder extern erfolgen.
BEISPIEL
Androhung von Verzögerungen ohne Zahlung.

Z

Zeitliche Auffälligkeiten

DEFINITION
Transaktionen zu ungewöhnlichen Zeiten.
BEDEUTUNG
Kann auf Umgehung regulärer Prozesse hindeuten.
BEISPIEL
Buchungen ausserhalb der Arbeitszeiten.