A
Absatzkanalüberladung
DEFINITION
Übermässige Auslieferung zur Umsatzsteigerung.
BEDEUTUNG
Verlagert Risiken auf Vertriebspartner.
BEISPIEL
Zwangsabnahme zum Quartalsende.
Aufdeckung durch externe Prüfung
DEFINITION
Feststellung von Unregelmässigkeiten durch externe Revisoren.
BEDEUTUNG
Primär auf Finanzberichterstattung fokussiert.
BEISPIEL
Abweichungen im Jahresabschluss.
Aufdeckung durch interne Revision
DEFINITION
Betrugserkennung durch unabhängige Prüfungen innerhalb der Organisation.
BEDEUTUNG
Wirksam bei systematischen und prozessualen Schwächen.
BEISPIEL
Interne Revision entdeckt manipulierte Buchungen.
Auffällige Abschreibungen
DEFINITION
Ungewöhnlich hohe oder häufige Abschreibungen.
BEDEUTUNG
Kann Ergebnismanipulation verdecken.
BEISPIEL
Hohe Forderungsabschreibungen.
Auffällige Dokumentation
DEFINITION
Unvollständige, verspätete oder manipulierte Unterlagen.
BEDEUTUNG
Erschwert Nachvollziehbarkeit.
BEISPIEL
Fehlende Leistungsnachweise.
Auffällige Lieferanten
DEFINITION
Ungewöhnliche Merkmale bei Lieferanten.
BEDEUTUNG
Hinweis auf Schein- oder verbundene Unternehmen.
BEISPIEL
Keine Website oder identische Adressen.
Auffällige Transaktionsmuster
DEFINITION
Ungewöhnliche Häufungen oder Wiederholungen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf systematische Manipulation.
BEISPIEL
Viele Kleinbeträge an denselben Empfänger.
Auffälliger Lebensstil
DEFINITION
Ungewöhnlicher Wohlstand ohne erkennbare Einkommensquelle.
BEDEUTUNG
Häufiges Warnsignal bei internen Betrugsfällen.
BEISPIEL
Luxusfahrzeug trotz moderatem Einkommen.
Aufgeschobene Strafverfolgung
DEFINITION
Vereinbarung zur Aussetzung eines Strafverfahrens unter Auflagen.
BEDEUTUNG
Häufig in US-Compliance-Fällen.
BEISPIEL
Zahlung von Bußen und Auflagen.
Aufsichtsrechtliche Maßnahme
DEFINITION
Durchsetzungshandlung durch Behörden.
BEDEUTUNG
Kann Geldstrafen, Auflagen oder Lizenzentzug umfassen.
BEISPIEL
Bußgeld wegen AML-Verstoß.
Aufwandsmanipulation
DEFINITION
Unzulässige Aktivierung oder Verschiebung von Aufwendungen.
BEDEUTUNG
Dient der Ergebnisglättung oder -manipulation.
BEISPIEL
Kosten werden in spätere Perioden verschoben.
B
Bestätigungsquote
DEFINITION
Anteil bestätigter Fälle an allen Hinweisen.
BEDEUTUNG
Qualitätsindikator für Meldungen und Untersuchungen.
BEISPIEL
40 Prozent der Hinweise bestätigt.
Bestechung
DEFINITION
Bestechung ist das Anbieten, Versprechen oder Gewaehren eines Vorteils, um eine pflichtwidrige Handlung herbeizufuehren.
BEDEUTUNG
Bestechung ist in den meisten Rechtsordnungen strafbar, auch im internationalen Geschaeftsverkehr.
BEISPIEL
Zahlungen an auslaendische Amtstraeger zur Erlangung von Genehmigungen.
QUELLEN
Bestechung im privaten Sektor
DEFINITION
Bestechung zwischen privaten Marktteilnehmern.
BEDEUTUNG
In vielen Rechtsordnungen ebenfalls strafbar.
BEISPIEL
Provision für bevorzugte Lieferantenauswahl.
QUELLEN
Bestechung von Amtsträgern
DEFINITION
Gewährung von Vorteilen an Amtsträger zur Einflussnahme.
BEDEUTUNG
Hohes rechtliches Risiko, insbesondere international.
BEISPIEL
Zahlung zur Beschleunigung einer Genehmigung.
QUELLEN
Betrugsdreieck
DEFINITION
Das Betrugsdreieck beschreibt die drei Faktoren Motivation, Gelegenheit und Rechtfertigung als zentrale Ursachen von Betrug.
BEDEUTUNG
Es dient als analytisches Modell zur Praevention, Frueherkennung und Untersuchung von Betrugshandlungen.
BEISPIEL
Finanzielle Notlage kombiniert mit fehlenden Kontrollen.
Betrugshäufigkeit
DEFINITION
Anzahl von Betrugsfällen in einem definierten Zeitraum.
BEDEUTUNG
Erlaubt Trendanalysen und Risikobewertung.
BEISPIEL
Anstieg von 5 auf 9 Fälle pro Jahr.
Betrugskennzahl (Fraud KPI)
DEFINITION
Quantitative Kennzahl zur Messung von Betrugsrisiken, -fällen oder Kontrollwirksamkeit.
BEDEUTUNG
Ermöglicht Steuerung, Vergleich und Berichterstattung auf Management-Ebene.
BEISPIEL
Anzahl aufgedeckter Betrugsfälle pro Jahr.
Betrugsprävention
DEFINITION
Massnahmen zur Verhinderung von Betrug.
BEDEUTUNG
Kosteneffizienter als nachträgliche Aufklärung.
BEISPIEL
Sensibilisierung von Mitarbeitenden mittels Schulung.
Betrugsschaden
DEFINITION
Finanzieller Schaden, der durch betrügerische Handlungen entstanden ist.
BEDEUTUNG
Zentrale Größe zur Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkung von Betrug.
BEISPIEL
Gesamtschaden durch Scheinrechnungen.
Betrugsschema
DEFINITION
Ein Betrugsschema ist ein wiederkehrendes Vorgehensmuster zur Begehung und Verschleierung von Betrug.
BEDEUTUNG
Die Kenntnis typischer Schemata unterstützt Prävention und Aufdeckung, da viele Fälle bekannten Mustern folgen.
BEISPIEL
Scheinlieferanten werden angelegt und über gefälschte Rechnungen bezahlt.
Beweiskette (Chain of Custody)
DEFINITION
Dokumentation aller Zugriffe auf Beweismittel.
BEDEUTUNG
Verhindert Manipulationsvorwürfe.
BEISPIEL
Protokollierte Übergabe von Datenträgern.
Bilanzbetrug
DEFINITION
Bilanzbetrug umfasst vorsaetzliche Manipulationen von Finanzberichten, um ein verzerrtes Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens zu vermitteln.
BEDEUTUNG
Im Vergleich zu anderen Formen von Occupational Fraud tritt Bilanzbetrug seltener auf, verursacht jedoch regelmaessig besonders hohe finanzielle, rechtliche und reputative Schaeden.
BEISPIEL
Bewusst ueberhoehte Umsatzerfassung zum Jahresende.
Briefkastenfirma
DEFINITION
Eine Briefkastenfirma ist eine rechtlich registrierte Einheit ohne nennenswerte operative Tätigkeit.
BEDEUTUNG
Briefkastenfirmen sind nicht per se illegal oder betrügerisch, können jedoch je nach Kontext ein Red Flag für Betrug, Korruption oder Geldwäsche darstellen.
BEISPIEL
Zahlungen an eine Firma ohne Mitarbeitende oder tatsächlichen Geschäftsbetrieb.
Business Email Compromise (BEC)
DEFINITION
BEC ist ein Betrugsschema, bei dem geschäftliche E-Mail-Konten kompromittiert oder täuschend echt imitiert werden.
BEDEUTUNG
Es nutzt Vertrauen und Prozessschwächen aus und zählt zu den schadenträchtigsten Formen des Cyberbetrugs.
BEISPIEL
Gefälschte CEO-E-Mail fordert eine dringende Überweisung.
C
Compliance-Verstoss
DEFINITION
Verletzung interner oder externer Regeln, Gesetze oder Richtlinien.
BEDEUTUNG
Kann zu Sanktionen, Reputationsschäden und Haftungsrisiken führen.
BEISPIEL
Missachtung von Sanktionsvorgaben.
Compliance-Verstoßquote
DEFINITION
Anzahl festgestellter Regelverstöße.
BEDEUTUNG
Frühindikator für Governance-Risiken.
BEISPIEL
Mehrere Sanktionsverstöße.
Cyberbetrug
DEFINITION
Cyberbetrug umfasst betruegerische Handlungen unter Nutzung digitaler Systeme, Netzwerke oder Kommunikationsmittel.
BEDEUTUNG
Die zunehmende Digitalisierung erhoeht Reichweite, Geschwindigkeit und Schaeden solcher Delikte erheblich.
BEISPIEL
Phishing-Angriffe zur Erlangung von Zugangsdaten.
QUELLEN
D
Datenanalyse zur Betrugsaufdeckung
DEFINITION
Der Einsatz strukturierter Datenanalysen zur systematischen Erkennung von Auffälligkeiten und Mustern.
BEDEUTUNG
Er ermöglicht skalierbare Betrugserkennung über vollständige Datenbestände hinweg.
BEISPIEL
Abgleich von Lieferanten- und Mitarbeitendendaten zur Identifikation von Überschneidungen.
Datenbasierte Betrugsaufdeckung
DEFINITION
Analyse grosser Datenmengen zur Identifikation auffälliger Muster.
BEDEUTUNG
Ermöglicht skalierbare und kontinuierliche Überwachung.
BEISPIEL
Dublettenanalyse bei Lieferanten.
Datenmanipulation
DEFINITION
Gezielte Veränderung oder Löschung von Daten zur Täuschung.
BEDEUTUNG
Beeinflusst Entscheidungsgrundlagen und Kontrollsysteme.
BEISPIEL
Änderung von Buchungsdaten im ERP-System.
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
DEFINITION
EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten.
BEDEUTUNG
Hohe Bußgelder bei Verstößen.
BEISPIEL
Unzulässige Speicherung von Personaldaten.
Datenschutzrecht
DEFINITION
Rechtsrahmen zum Schutz personenbezogener Daten.
BEDEUTUNG
Relevanz für Ermittlungen, Monitoring und Analysen.
BEISPIEL
Einschränkung von Mitarbeiterüberwachung.
Diebstahl von Inventar und Vermögenswerten
DEFINITION
Der Diebstahl von Inventar oder Vermögenswerten umfasst die unrechtmässige Entwendung physischer Güter einer Organisation, wie Waren, Materialien, Geräte oder Lagerbestände.
BEDEUTUNG
Diese Betrugsform ist besonders in Lager-, Produktions- und Logistikprozessen verbreitet und wird durch mangelhafte Bestandskontrollen oder fehlende Inventurprozesse begünstigt.
BEISPIEL
Ein Mitarbeitender entwendet regelmässig Lagerware für den privaten Weiterverkauf.
Doppelzahlungen
DEFINITION
Mehrfache Zahlung derselben Rechnung.
BEDEUTUNG
Häufiges Anzeichen für Kontrollschwächen.
BEISPIEL
Rechnung wird zweimal bezahlt.
Durchschnittliche Betrugsdauer
DEFINITION
Zeitspanne zwischen Beginn und Entdeckung eines Betrugsfalls.
BEDEUTUNG
Je kürzer die Dauer, desto wirksamer sind Kontrollen und Hinweise.
BEISPIEL
Betrug wird nach 14 Monaten entdeckt.
E
Entdeckungsdauer
DEFINITION
Zeit bis zur erstmaligen Identifikation eines Betrugs.
BEDEUTUNG
Wesentlich für Schadensbegrenzung.
BEISPIEL
Hinweis führt nach zwei Wochen zur Aufdeckung.
Entdeckungsquellen-Quote
DEFINITION
Verhältnis der Entdeckungsarten (Hinweise, Audit, Analysen).
BEDEUTUNG
Zeigt, welche Maßnahmen effektiv sind.
BEISPIEL
60 Prozent der Fälle durch Hinweise entdeckt.
Erhöhte Sorgfaltspflichten (EDD)
DEFINITION
Vertiefte Prüfungen bei erhöhtem Geldwäsche- oder Korruptionsrisiko.
BEDEUTUNG
Pflicht bei politisch exponierten Personen oder komplexen Strukturen.
BEISPIEL
Zusätzliche Herkunftsnachweise von Vermögenswerten.
EU-Hinweisgeberrichtlinie
DEFINITION
EU-weite Mindeststandards zum Schutz von Hinweisgebenden.
BEDEUTUNG
Verpflichtet Unternehmen zu internen Meldesystemen.
BEISPIEL
Einrichtung interner Meldekanäle.
Exportkontroll-Compliance
DEFINITION
Einhaltung von Vorschriften zur Ausfuhr sensibler Güter und Technologien.
BEDEUTUNG
Relevant für Industrie, Technologie und Dual-Use-Güter.
BEISPIEL
Genehmigungspflicht für Softwareexport.
F
Fehlbewertung von Vermögenswerten
DEFINITION
Bewusste Über- oder Unterbewertung von Vermögenswerten.
BEDEUTUNG
Beeinflusst Bilanzkennzahlen und Kreditwürdigkeit.
BEISPIEL
Überhöhte Bewertung von Lagerbeständen.
Fehlerhafte Offenlegung
DEFINITION
Unvollständige oder irreführende Angaben im Anhang.
BEDEUTUNG
Untergräbt Transparenz für Stakeholder.
BEISPIEL
Wesentliche Risiken werden verschwiegen.
Forensische Befragung
DEFINITION
Die forensische Befragung ist eine strukturierte Gesprächstechnik zur systematischen Sachverhaltsaufklärung im Rahmen von Untersuchungen.
BEDEUTUNG
Sie dient der Gewinnung verlässlicher Informationen unter Beachtung rechtlicher, psychologischer und ethischer Rahmenbedingungen.
BEISPIEL
Eine interne Untersuchung führt standardisierte Interviews mit beteiligten Mitarbeitenden durch.
Forensische Beweissicherung
DEFINITION
Sicherstellung, Dokumentation und Aufbewahrung von Beweismitteln.
BEDEUTUNG
Entscheidend für Verwertbarkeit vor Gericht.
BEISPIEL
Sicherung von Server-Logs.
Fraud Risk Assessment (Betrugsrisikoanalyse)
DEFINITION
Eine Betrugsrisikoanalyse ist ein strukturierter Prozess zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Betrugsrisiken in Organisationen, Prozessen oder Systemen.
BEDEUTUNG
Sie bildet die Grundlage wirksamer Prävention, indem Anreize, Gelegenheiten und Kontrollschwächen systematisch identifiziert und adressiert werden.
BEISPIEL
Ein Unternehmen analysiert den Einkaufsprozess und identifiziert fehlende Lieferantenprüfungen als zentrales Risiko.
Funktionstrennung (Segregation of Duties)
DEFINITION
Funktionstrennung bezeichnet die Aufteilung kritischer Prozessschritte auf unterschiedliche Personen oder Rollen.
BEDEUTUNG
Sie verhindert, dass einzelne Personen Transaktionen vollständig initiieren, genehmigen und ausführen können, und reduziert so Betrugsrisiken.
BEISPIEL
Die Person, die Lieferanten anlegt, darf keine Zahlungen freigeben.
G
Geldwäsche
DEFINITION
Geldwäsche bezeichnet das Verschleiern der illegalen Herkunft von Vermögenswerten durch deren Einschleusen in den legalen Wirtschaftskreislauf.
BEDEUTUNG
Unternehmen können über Kunden-, Lieferanten- oder Zahlungsbeziehungen exponiert sein und unterliegen gesetzlichen Sorgfaltspflichten.
BEISPIEL
Komplexe Zahlungsströme ohne erkennbaren wirtschaftlichen Zweck.
Geldwäschereibekämpfung (AML)
DEFINITION
Gesamtheit gesetzlicher und organisatorischer Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
BEDEUTUNG
Zentrales Compliance-Thema für Finanz- und Nichtfinanzunternehmen mit Sorgfaltspflichten.
BEISPIEL
Pflicht zur Identifikation wirtschaftlich Berechtigter.
Ghost Employee (Scheinmitarbeitende)
DEFINITION
Ghost Employees sind nicht existierende oder ausgeschiedene Mitarbeitende, die weiterhin entlöhnt werden.
BEDEUTUNG
Risiken entstehen durch schwache Eintritts-, Übertritts- und Austrittsprozesse.
BEISPIEL
Weiterzahlung von Lohn an eine bereits ausgeschiedene Person.
H
Handel mit Einflussnahme
DEFINITION
Handel mit Einflussnahme bezeichnet das Anbieten oder Annehmen von Vorteilen im Austausch für die Ausübung tatsächlichen oder vermeintlichen Einflusses auf Entscheidungsprozesse.
BEDEUTUNG
Diese Form der Korruption ist besonders schwer nachweisbar, da keine formale Entscheidungsbefugnis bestehen muss, sondern bereits der Zugang zu Entscheidungsträgern ausgenutzt wird.
BEISPIEL
Eine Person verlangt Zahlungen dafür, politische oder administrative Entscheide zu beeinflussen.
QUELLEN
Häufigkeit von Ausnahmen
DEFINITION
Anzahl von Kontrollübersteuerungen.
BEDEUTUNG
Hohe Werte deuten auf Missbrauch oder schlechte Prozesse hin.
BEISPIEL
Zahlungsfreigaben außerhalb Standardprozess.
Hinweise und Meldungen
DEFINITION
Informationen von Mitarbeitenden, Kunden oder Dritten über mögliches Fehlverhalten.
BEDEUTUNG
Hinweise sind statistisch die häufigste Quelle zur Aufdeckung von Betrug.
BEISPIEL
Anonyme Meldung über ein Hinweisgebersystem.
I
Identitätsbetrug
DEFINITION
Identitätsbetrug ist die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten zur Vortäuschung einer falschen Identität.
BEDEUTUNG
Er betrifft Privatpersonen und Unternehmen und erfordert wirksame Identitätsprüfungen.
BEISPIEL
Eröffnung eines Kundenkontos mit gestohlenen Ausweisdaten.
Interessenkonflikt
DEFINITION
Ein Interessenkonflikt besteht, wenn private oder persoenliche Interessen die objektive Wahrnehmung dienstlicher Aufgaben beeintraechtigen koennen.
BEDEUTUNG
Nicht deklarierte Interessenkonflikte erhoehen das Risiko von Fehlentscheidungen, Korruption und Betrug.
BEISPIEL
Vergabe von Auftraegen an ein eigenes oder nahestehendes Unternehmen.
Interessenkonfliktbasierte Korruption
DEFINITION
Korruption aufgrund nicht offengelegter Interessenkonflikte.
BEDEUTUNG
Besonders schwer erkennbar ohne Transparenzpflichten.
BEISPIEL
Vergabe an ein eigenes Unternehmen.
Interne Kontrollen
DEFINITION
Interne Kontrollen sind organisatorische Prozesse und Massnahmen zur Sicherstellung ordnungsgemaesser Geschaeftstaetigkeit.
BEDEUTUNG
Wirksame interne Kontrollen reduzieren Betrugs-, Fehler- und Compliance-Risiken erheblich.
BEISPIEL
Vier-Augen-Prinzip bei Zahlungen.
Interne Untersuchung
DEFINITION
Strukturierte Aufklärung von Verdachtsfällen innerhalb einer Organisation.
BEDEUTUNG
Zentrale Maßnahme bei Betrugs- und Compliance-Vorfällen.
BEISPIEL
Analyse von E-Mails und Buchungsdaten.
K
Kassenabschöpfung
DEFINITION
Die Entwendung von Bargeld vor dessen buchhalterischer Erfassung.
BEDEUTUNG
Besonders schwer erkennbar, da keine Buchungsspuren entstehen.
BEISPIEL
Einnahmen aus Barverkäufen werden nicht verbucht.
Kassenentwendung
DEFINITION
Die Entwendung von Bargeld nach dessen ordnungsgemässer Erfassung in den Büchern.
BEDEUTUNG
Erfordert direkten Zugriff auf Bargeld und wird oft durch mangelhafte Kassenkontrollen begünstigt.
BEISPIEL
Bargeld aus der Kasse wird nach Tagesabschluss entnommen.
Kickback eines Lieferanten
DEFINITION
Ein Lieferant zahlt verdeckte Rückvergütungen (Kickbacks) an Mitarbeitende für bevorzugte Behandlung.
BEDEUTUNG
Solche Konstellationen führen zu überhöhten Preisen und Qualitätsverlusten.
BEISPIEL
Ein Lieferant zahlt Provisionen an den Einkäufer für Aufträge.
QUELLEN
Kickback-System
DEFINITION
Ein Kickback-System liegt vor, wenn eine Person im Gegenzug fuer die Vergabe von Auftraegen verdeckte Rueckverguetungen erhaelt.
BEDEUTUNG
Kickbacks fuehren zu ueberhoehten Preisen, Qualitaetsverlusten und erhoehen das Korruptionsrisiko erheblich.
BEISPIEL
Ein Einkaeufer erhaelt verdeckte Provisionen von Lieferanten.
QUELLEN
Kollusion
DEFINITION
Kollusion bezeichnet das bewusste Zusammenwirken mehrerer Personen zur Begehung oder Verschleierung von Betrug.
BEDEUTUNG
Sie hebelt klassische Kontrollen wie das Vier-Augen-Prinzip aus.
BEISPIEL
Einkauf und Lieferant teilen sich Gewinne aus Scheinrechnungen.
Kontenübernahme
DEFINITION
Bei einer Kontenübernahme erlangen Täter unbefugten Zugriff auf Benutzerkonten.
BEDEUTUNG
Besonders kritisch sind Konten mit Zahlungs- oder Administrationsrechten.
BEISPIEL
Nach einem Phishing-Angriff wird ein E-Mail-Konto übernommen.
Kontrollausfallquote
DEFINITION
Anteil versagender Kontrollen.
BEDEUTUNG
Direkter Indikator für Betrugsgelegenheiten.
BEISPIEL
Mehrere fehlgeschlagene Vier-Augen-Kontrollen.
Kontrollwirksamkeit
DEFINITION
Anteil wirksamer Kontrollen an allen getesteten Kontrollen.
BEDEUTUNG
Misst Qualität des internen Kontrollsystems.
BEISPIEL
85 Prozent der Kontrollen wirksam.
Korruption
DEFINITION
Korruption bezeichnet den Missbrauch anvertrauter Macht oder Entscheidungskompetenz zum privaten oder persoenlichen Vorteil.
BEDEUTUNG
Korruption verzerrt Entscheidungsprozesse, untergraebt fairen Wettbewerb und stellt ein erhebliches Compliance- und Reputationsrisiko dar.
BEISPIEL
Vergabe oeffentlicher Auftraege gegen persoenliche Vorteile.
QUELLEN
Kosten des Fraud-Managements
DEFINITION
Aufwand für Prävention, Detektion und Aufklärung.
BEDEUTUNG
Erlaubt Kosten-Nutzen-Abwägung.
BEISPIEL
Budget für Analysen und Schulungen.
Kundenidentifikation (KYC)
DEFINITION
Verfahren zur Identifikation und Überprüfung von Kunden und Geschäftspartnern.
BEDEUTUNG
Grundlage zur Vermeidung von Geldwäsche, Betrug und Sanktionsverstößen.
BEISPIEL
Identitätsprüfung vor Kontoeröffnung.
L
Lieferantenbetrug
DEFINITION
Lieferantenbetrug bezeichnet betrügerische Handlungen externer Lieferanten oder Dienstleister gegen eine Organisation.
BEDEUTUNG
Begünstigt durch schwache Einkaufsprozesse und mangelhafte Leistungsnachweise, oft unter Beteiligung interner Personen.
BEISPIEL
Abrechnung nicht erbrachter Leistungen.
M
Management-Überwachung
DEFINITION
Kontrollen und Plausibilisierungen durch Führungskräfte.
BEDEUTUNG
Frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Entwicklungen.
BEISPIEL
Ungewöhnliche Kostenabweichungen werden hinterfragt.
Managementbetrug
DEFINITION
Betrug durch oberste Führungsebene.
BEDEUTUNG
Besonders schadensträchtig und schwer aufzudecken.
BEISPIEL
Gezielte Bilanzfälschung durch Vorstand.
Meldegeschwindigkeit
DEFINITION
Zeit zwischen Feststellung und Meldung.
BEDEUTUNG
Verzögerungen erhöhen Haftungsrisiken.
BEISPIEL
Verspätete Eskalation an Compliance.
Meldepflicht an Behörden
DEFINITION
Pflicht zur Meldung bestimmter Sachverhalte an Aufsichtsbehörden.
BEDEUTUNG
Versäumnisse können strafbar sein.
BEISPIEL
Verdachtsmeldung an Geldwäschestelle.
Methoden der Betrugsaufdeckung
DEFINITION
Systematische Verfahren zur Identifikation betrügerischer Handlungen.
BEDEUTUNG
Eine Kombination mehrerer Methoden erhöht die Entdeckungswahrscheinlichkeit erheblich.
BEISPIEL
Hinweise, Datenanalysen und interne Kontrollen.
Missbrauch von Zugriffsrechten
DEFINITION
Unzulässige Nutzung legitimer Systemberechtigungen.
BEDEUTUNG
Häufige Ursache für interne IT-bezogene Betrugsfälle.
BEISPIEL
Admin nutzt Rechte für private Zwecke.
Mitarbeitendenhinweise
DEFINITION
Informelle Hinweise oder Beschwerden.
BEDEUTUNG
Oft frühe Warnsignale.
BEISPIEL
Hinweis auf unfair behandelten Lieferanten.
N
Nicht abgestimmte Konten
DEFINITION
Offene Differenzen in Kontenabstimmungen.
BEDEUTUNG
Erhöhtes Risiko für Fehler oder Betrug.
BEISPIEL
Kassenbestand stimmt nicht.
Nutzung Hinweisgebersystem
DEFINITION
Anzahl Meldungen im Verhältnis zur Organisationsgröße.
BEDEUTUNG
Niedrige Nutzung kann auf Misstrauen oder Angst hinweisen.
BEISPIEL
2 Meldungen pro 1’000 Mitarbeitende.
O
Occupational Fraud
DEFINITION
Occupational Fraud bezeichnet Betrugshandlungen, die von Mitarbeitenden, Fuehrungskraeften oder Organmitgliedern einer Organisation im Rahmen ihrer beruflichen Taetigkeit zum eigenen Vorteil begangen werden.
BEDEUTUNG
Occupational Fraud ist die haeufigste Form wirtschaftskriminellen Handelns und umfasst Delikte wie Veruntreuung, Korruption oder Bilanzmanipulation. Taeter nutzen Vertrauen, interne Schwaechen oder unzureichende Kontrollen aus.
BEISPIEL
Ein Buchhalter manipuliert Zahlungslaufe, um ueber mehrere Jahre private Konten zu bedienen.
P
Phishing
DEFINITION
Phishing bezeichnet den Versuch, Personen über gefälschte Nachrichten oder Webseiten zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen.
BEDEUTUNG
Es ist häufig der Einstiegspunkt für Kontenübernahmen, Business Email Compromise (BEC) oder Schadsoftware.
BEISPIEL
Gefälschte IT-E-Mail fordert zur Passwortbestätigung auf.
Politisch exponierte Person (PEP)
DEFINITION
Person mit öffentlichem Amt oder nahestehende Person mit erhöhtem Korruptionsrisiko.
BEDEUTUNG
PEPs unterliegen verschärften Prüf- und Überwachungspflichten.
BEISPIEL
Minister als wirtschaftlich Berechtigter eines Kunden.
Prüfpfad (Audit Trail)
DEFINITION
Nachvollziehbare Dokumentation von Transaktionen und Änderungen.
BEDEUTUNG
Grundlage für Revision und Betrugsaufklärung.
BEISPIEL
Protokollierung von Buchungsänderungen.
R
Rechnungssplitting
DEFINITION
Das künstliche Aufteilen von Rechnungen zur Umgehung von Freigabelimiten.
BEDEUTUNG
Ein typisches Umgehungsschema bei formalen Kontrollen.
BEISPIEL
Eine Rechnung wird in mehrere Teilbeträge aufgeteilt, um Freigabelimits zu umgehen.
Red Flags (Warnsignale)
DEFINITION
Red Flags sind Auffälligkeiten oder Muster, die auf möglichen Betrug oder Missbrauch hinweisen können.
BEDEUTUNG
Sie sind keine Beweise, sondern Frühindikatoren für vertiefte Analysen, Priorisierung und Ermittlungen.
BEISPIEL
Mehrere Zahlungen knapp unterhalb eines Freigabelimits.
Repressalien gegen Hinweisgebende
DEFINITION
Benachteiligung von Personen nach einer Meldung von Missständen.
BEDEUTUNG
Untergräbt Wirksamkeit von Hinweisgebersystemen.
BEISPIEL
Degradierung nach einer Meldung.
Risikobelastung kritischer Prozesse
DEFINITION
Anteil Geschäftsprozesse mit hohem Betrugsrisiko.
BEDEUTUNG
Hilft bei Ressourcenfokussierung.
BEISPIEL
Einkauf als Hochrisikoprozess.
Rückgewinnungsquote
DEFINITION
Anteil des zurückgewonnenen Schadens.
BEDEUTUNG
Zeigt Wirksamkeit von Reaktion und Durchsetzung.
BEISPIEL
30 Prozent des Schadens rückgeführt.
Rundlaufgeschäfte
DEFINITION
Scheintransaktionen ohne wirtschaftlichen Gehalt.
BEDEUTUNG
Dient künstlicher Umsatzsteigerung.
BEISPIEL
Gegenseitige Rechnungsstellung ohne Leistung.
S
Sanktions-Compliance
DEFINITION
Einhaltung nationaler und internationaler Sanktionsregime.
BEDEUTUNG
Verstöße können zu hohen Strafen und Reputationsschäden führen.
BEISPIEL
Zahlungsstopp an sanktionierte Organisation.
Schaden pro Betrugsfall
DEFINITION
Durchschnittlicher Schaden je Betrugsfall.
BEDEUTUNG
Hilft bei Priorisierung von Risiken.
BEISPIEL
Durchschnittlich 120’000 CHF pro Fall.
Scheckmanipulation
DEFINITION
Manipulation oder missbräuchliche Verwendung von Schecks.
BEDEUTUNG
Tritt vor allem in Organisationen mit manuellen Zahlungsprozessen auf.
BEISPIEL
Ein Scheck wird auf einen falschen Empfänger ausgestellt.
Scheinrechnungen
DEFINITION
Scheinrechnungen sind Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen oder nicht gelieferte Waren.
BEDEUTUNG
Sie führen zu unrechtmässigen Auszahlungen und sind häufig mit Kollusion verbunden.
BEISPIEL
Rechnung ohne Bestell- oder Leistungsnachweis.
Schulungsabdeckung
DEFINITION
Anteil geschulter Mitarbeitender.
BEDEUTUNG
Grundlage für Prävention und Sensibilisierung.
BEISPIEL
90 Prozent absolvieren Fraud-Schulung.
Schutz von Hinweisgebenden
DEFINITION
Rechtlicher Schutz für Personen, die Missstände melden.
BEDEUTUNG
Erhöht Meldebereitschaft und Aufdeckungswahrscheinlichkeit.
BEISPIEL
Schutz vor Kündigung nach Meldung.
Schweizer Datenschutzgesetz (DSG)
DEFINITION
Nationales Datenschutzgesetz der Schweiz.
BEDEUTUNG
Relevant für interne Untersuchungen und IT-Kontrollen.
BEISPIEL
Zugriffsbeschränkung auf Personaldaten.
Social Engineering
DEFINITION
Social Engineering bezeichnet die gezielte psychologische Manipulation von Personen, um sie zur Preisgabe vertraulicher Informationen, zur Ausfuehrung bestimmter Handlungen oder zur Umgehung von Sicherheitsmechanismen zu bewegen.
BEDEUTUNG
Diese Angriffe nutzen menschliche Verhaltensmuster wie Autoritaetsglaeubigkeit, Zeitdruck oder Vertrauen aus und umgehen technische Sicherheitsmassnahmen.
BEISPIEL
CEO-Fraud per E-Mail mit Zahlungsaufforderung.
Sorgfaltspflichten (CDD)
DEFINITION
Risikobasierte Prüfung von Kunden, Transaktionen und Geschäftsbeziehungen.
BEDEUTUNG
Erlaubt angemessene Kontrolle je nach Risikoprofil.
BEISPIEL
Erhöhte Prüfung bei Hochrisikokunden.
Spesenabrechnungsbetrug
DEFINITION
Manipulation oder Einreichung unzulässiger Spesenabrechnungen.
BEDEUTUNG
Häufig kleinteilig, aber kumulativ schadensträchtig.
BEISPIEL
Private Restaurantkosten werden als Geschäftsessen deklariert.
Spesenbetrug
DEFINITION
Spesenbetrug umfasst unrechtmässige oder falsche Rückerstattungen von Auslagen.
BEDEUTUNG
Oft kleinteilig, aber über die Zeit kumulativ schadenträchtig.
BEISPIEL
Manipulierte oder doppelt eingereichte Belege.
Submissionsabsprachen
DEFINITION
Submissionsabsprachen sind geheime Absprachen zwischen Anbietern zur Manipulation von Ausschreibungen.
BEDEUTUNG
Sie verzerren den Wettbewerb und führen zu überhöhten Preisen oder schlechterer Leistung.
BEISPIEL
Mehrere Anbieter sprechen sich ab, wer den Zuschlag erhält.
QUELLEN
T
Tone at the Top
DEFINITION
Tone at the Top beschreibt Haltung, Verhalten und Vorbildfunktion der obersten Führungsebene in Bezug auf Integrität und Compliance.
BEDEUTUNG
Die Unternehmenskultur beeinflusst Betrugsrisiken erheblich. Inkonsistentes Verhalten der Führung erleichtert Rationalisierung und Regelverstösse.
BEISPIEL
Die Geschäftsleitung lebt Spesenregeln konsequent vor und sanktioniert Verstösse.
Transaktionsmonitoring
DEFINITION
Transaktionsmonitoring ist die systematische Überwachung von Transaktionen zur Erkennung auffälliger Muster.
BEDEUTUNG
Es ist ein Kerninstrument der Geldwäsche- und Betrugsbekämpfung (Anti-Geldwäsche, AML) und erfordert hochwertige Daten und Nachvollziehbarkeit.
BEISPIEL
Automatischer Alarm bei ungewöhnlich vielen Rückerstattungen.
U
Umgehung interner Kontrollen (Management Override)
DEFINITION
Management Override beschreibt das bewusste Aushebeln bestehender Kontrollen durch Führungskräfte.
BEDEUTUNG
Aufgrund von Autorität und Zugriff stellt dies einen der kritischsten Betrugsrisikotreiber dar und kann Kontrollsysteme wirkungslos machen.
BEISPIEL
Eine Führungskraft erzwingt eine Ausnahmefreigabe für eine Zahlung ohne ausreichende Nachweise.
Umgehung von Freigabelimiten
DEFINITION
Transaktionen knapp unterhalb definierter Schwellen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf gezielte Umgehung.
BEISPIEL
Mehrere Zahlungen unter 10’000 CHF.
Umgehung von Kontrollen
DEFINITION
Häufige Ausnahmen oder Sonderfreigaben.
BEDEUTUNG
Hinweis auf Machtmissbrauch oder Regelbruch.
BEISPIEL
Regelmässige manuelle Zahlungsausnahmen.
Umsatzmanipulation
DEFINITION
Umsatzmanipulation bezeichnet die vorsätzliche falsche, verfrühte oder unangemessene Erfassung von Umsätzen, um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens besser darzustellen als sie tatsächlich ist.
BEDEUTUNG
Diese Form des Bilanzbetrugs zielt darauf ab, Kennzahlen, Ergebnisse oder Erwartungen von Investoren, Eigentümern oder Kreditgebern zu beeinflussen. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit Leistungsdruck, Bonusmodellen oder Kapitalmarktanforderungen auf.
BEISPIEL
Umsätze werden bereits vor Lieferung oder Leistungserbringung gebucht, um Quartals- oder Jahresziele zu erreichen.
Unrechtmässige Auszahlung
DEFINITION
Unzulässige Zahlungen unter Nutzung formaler Auszahlungsprozesse.
BEDEUTUNG
Oft mit gefälschten Dokumenten oder Scheinlieferanten verbunden.
BEISPIEL
Zahlung an einen nicht existierenden Lieferanten.
Unternehmensstrafbarkeit
DEFINITION
Strafrechtliche Verantwortung von Unternehmen.
BEDEUTUNG
Erhöht Anforderungen an Compliance und Kontrollen.
BEISPIEL
Unternehmen haftet für systemische Mängel.
Untersuchungsdauer
DEFINITION
Zeit vom Start bis Abschluss einer Untersuchung.
BEDEUTUNG
Lange Dauer bindet Ressourcen und erhöht Kosten.
BEISPIEL
Untersuchung dauert sechs Monate.
Unzulässige Vorteile
DEFINITION
Gewährung oder Annahme von Vorteilen ohne unmittelbare Gegenleistung.
BEDEUTUNG
Schwächt Integrität und begünstigt spätere Korruption.
BEISPIEL
Ein Geschenk nach erfolgter Auftragsvergabe.
V
Verdachtsmeldung (SAR)
DEFINITION
Formelle Meldung verdächtiger Transaktionen oder Aktivitäten.
BEDEUTUNG
Zentrales Instrument der Geldwäschereibekämpfung.
BEISPIEL
Meldung ungewöhnlicher Transaktionen.
Verschleierte Verbindlichkeiten
DEFINITION
Nichtausweis oder Verdeckung von Verpflichtungen.
BEDEUTUNG
Täuscht finanzielle Stabilität vor.
BEISPIEL
Rückstellungen werden nicht gebildet.
Veruntreuung von Vermoegenswerten
DEFINITION
Asset Misappropriation bezeichnet die unrechtmaessige Aneignung oder Nutzung von Vermoegenswerten einer Organisation durch Mitarbeitende oder Fuehrungskraefte.
BEDEUTUNG
Diese Betrugsform ist besonders verbreitet, da sie oft mit kleinen Betraegen beginnt und lange unentdeckt bleibt.
BEISPIEL
Private Nutzung von Firmenkreditkarten fuer persoenliche Ausgaben.
W
Whistleblowing
DEFINITION
Whistleblowing bezeichnet das Melden von Missstaenden oder Rechtsverstoessen innerhalb einer Organisation.
BEDEUTUNG
Hinweisgebersysteme sind eines der wirksamsten Mittel zur Aufdeckung von Betrug.
BEISPIEL
Anonyme Meldung ueber ein internes Hinweisgebersystem.
Wiederholungstäterquote
DEFINITION
Anteil von Personen oder Einheiten mit wiederholten Vorfällen.
BEDEUTUNG
Hinweis auf strukturelle Defizite.
BEISPIEL
Erneuter Betrug im selben Bereich.
Wirtschaftlich Berechtigter (Beneficial Owner)
DEFINITION
Der wirtschaftlich Berechtigte ist die Person, die eine Organisation letztlich besitzt oder kontrolliert oder von ihr wirtschaftlich profitiert.
BEDEUTUNG
Transparenz über wirtschaftlich Berechtigte ist zentral für die Geldwäscheprävention (Anti-Geldwäsche, AML) und zur Erkennung verdeckter Interessenkonflikte.
BEISPIEL
Ein Lieferant wird formal von einer Holding gehalten, effektiv jedoch von einer Einzelperson kontrolliert.
Wirtschaftliche Erpressung
DEFINITION
Erzwingen von Vorteilen durch Androhung von Nachteilen.
BEDEUTUNG
Kann intern oder extern erfolgen.
BEISPIEL
Androhung von Verzögerungen ohne Zahlung.
Z
Zeitliche Auffälligkeiten
DEFINITION
Transaktionen zu ungewöhnlichen Zeiten.
BEDEUTUNG
Kann auf Umgehung regulärer Prozesse hindeuten.
BEISPIEL
Buchungen ausserhalb der Arbeitszeiten.
